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Kristine Pfister
Was bleibt ...
Liebe Steffi,
gestern war die liebe Kristina bei dir im Studio und wenn du heute daran zurückdenkst, musst du wahrscheinlich immer noch ein bisschen lächeln. Ihr hattet so viel Spaß miteinander, habt euch ausgetauscht, gelacht, seid emotional geworden und irgendwann waren einfach vier Stunden vergangen. Vier Stunden, die sich überhaupt nicht wie vier Stunden angefühlt haben. Und genau in solchen Momenten merkst du wieder, warum du diesen Podcast so gerne machst. Weil es eben nicht nur darum geht, sich vor Mikrofone zu setzen und eine Geschichte aufzunehmen. Es geht um Begegnungen. Um Menschen. Um dieses ehrliche Miteinander, das manchmal schon beginnt, bevor überhaupt die Aufnahme läuft, und noch lange bleibt, nachdem die Mikrofone wieder ausgeschaltet sind.
Vielleicht ist genau das das Geschenk von Leben ohne Glanzpapier. Frauen erzählen anderen Frauen von ihrem Leben. Ihr redet miteinander, ihr lacht, manchmal weint ihr, ihr hört euch zu und vielleicht helft ihr damit irgendwo einer Frau, die gerade selbst an einem Punkt steht, an dem sie nicht weiterweiß. Ihr verbindet euch durch Geschichten, durch Erfahrungen und manchmal auch einfach durch einen einzigen Satz, der hängen bleibt.
So war es gestern bei Kristina. Sie hat dir von ihrem Leben erzählt, von Entscheidungen, für die man unglaublich viel Mut braucht. Sie ist aus einem sehr sicheren Job ausgestiegen und hat sich von ihrem Mann getrennt, obwohl sie ihn noch liebte. Und dann sagte sie diesen Satz: Er darf jetzt noch mehr lieben in seinem Leben. Du hattest sofort Gänsehaut. Vielleicht weil darin so wenig Bitterkeit und so viel Liebe steckt. Einen Menschen gehen zu lassen und ihm trotzdem von Herzen zu wünschen, dass sein Leben noch voller wird, ist etwas ganz Besonderes.
Kristina ist überhaupt ein Mensch, bei dem man schnell merkt, wie gerne sie Menschen hat und wie wichtig ihr echte Verbindung ist. Gleichzeitig musste sie selbst erst einmal weit weggehen, um wieder bei sich anzukommen. Sie hat Leid erfahren, sie hat Dinge hinter sich gelassen und irgendwann einfach ihre Koffer gepackt, ihre Wohnung untervermietet und ist ohne Rückflugticket nach Bali geflogen. Allein dieser Gedanke hat schon etwas unglaublich Mutiges. Nicht zu wissen, wann man zurückkommt. Nicht genau zu wissen, was einen erwartet. Einfach loszugehen und darauf zu vertrauen, dass man unterwegs vielleicht genau das findet, wonach man schon lange gesucht hat.
Aus Bali wurden Indonesien, Neuseeland und noch viele weitere Orte. Anderthalb Jahre war die Welt ihr Zuhause. Sie hat neue Dinge ausprobiert, Erfahrungen gemacht, die sie zu Hause wahrscheinlich niemals gemacht hätte, Menschen getroffen und immer wieder etwas Neues über sich selbst gelernt. Als sie gestern davon erzählt hat, konntest du sehen, wie sehr diese Zeit noch immer in ihr steckt. Sie hat gestrahlt, sie war zwischendurch emotional und gleichzeitig war da diese ganz besondere Ruhe und Wärme in ihr. Diese Aura, die sie mitgebracht hat, war vielleicht eines der schönsten Geschenke dieses Abends.
Und dann sagte sie, dass sie zu Hause im Altmühltal und in der Welt ist. Dieser Satz hat sie so sehr zum Strahlen gebracht, dass du plötzlich angefangen hast, über dein eigenes Zuhause nachzudenken. Was ist Zuhause eigentlich? Ist es wirklich nur der Ort, an dem man wohnt? Sind es die Menschen, die dort sind? Ist es ein Gefühl? Oder kann Zuhause vielleicht überall dort sein, wo man sich selbst nicht verliert?
Vielleicht ist genau diese Frage das, was von dieser Begegnung für dich bleibt. Denn während du Kristina zugehört hast, hast du wahrscheinlich auch ein kleines bisschen dir selbst zugehört. Und vielleicht ist es an der Zeit, dich wieder einmal zu fragen, was du eigentlich möchtest. Nicht was sinnvoll wäre, nicht was andere von dir erwarten und auch nicht, was man eben so macht. Sondern ganz einfach: Was möchtest du?
Vielleicht fehlt dir manchmal diese Leichtigkeit, die du früher gespürt hast. Vielleicht wünschst du dir wieder etwas mehr Mut. Vielleicht brauchst du mehr Freiheit oder einfach wieder das Gefühl, dass nicht jeder Schritt vorher genau feststehen muss. Du musst dafür nicht morgen deine Koffer packen und ohne Rückflugticket irgendwohin fliegen. Vielleicht beginnt dein eigener Aufbruch viel kleiner. Vielleicht beginnt er einfach damit, wieder genauer hinzuhören, wenn etwas in dir sagt: Da wäre noch etwas.
Nimm dir diese Frage aus der Folge mit. Geh ein bisschen in dich und schau, was da kommt. Vielleicht findest du dabei etwas wieder, das unterwegs verloren gegangen ist. Vielleicht Leichtigkeit. Vielleicht Mut. Vielleicht Freiheit. Vielleicht auch etwas ganz anderes.
Und wenn du irgendwann weißt, wohin dein eigener Weg dich gerade führt, dann erzählst du uns vielleicht davon.
Deine Steffi
